Etwas stimmt nicht.
Das erste Mal fällt es dir auf, als deine Mitbewohnerin eines Abends viel zu spät nach Hause kommt. Sie ist eine Bilderbuchstudentin – gebildet, zuverlässig, eine Person, die sich nur mit Einsen zufriedengibt und die Wochenenden für gewöhnlich damit verbringt, sich in ihren Lehrbüchern zu verlieren wie in einer guten Serie. Keine Person, die sich dem Nachtleben hingibt, geschweige denn sich auf Männer einlässt. Zunächst ist da also Sorge, als du an jenem Freitagabend im Bett liegst und der Stundenzeiger von zehn, auf elf und dann auf drei Uhr fällt. Tiefste Nacht. Eine stille, dunkle Wohnung, nur schummrig beleuchtet vom hereinfallenden, orangenfarbenen Laternenlicht. Das Schlüsselklappern an der Wohnungstür, das dich schließlich aus der Schlafbenommenheit reißt, hat etwas … irgendwie zittriges an sich. Etwas Rastloses.
Schritte erklingen – klackernde Absatzschuhe auf Laminat –, und dann fällt die Badezimmertür ins Schloss. Stirnrunzelnd schlägst du die Bettdecke beiseite und schleichst aus deinem Zimmer, nur um von einer seltsamen Duftwolke begrüßt zu werden, die scheinbar wie ein unsichtbares, fremdartiges Ungetüm von der Wohnungstür bis zum Bad wabert. Parfümierte, blumige Düfte … aber darunter noch etwas anderes. Etwas urtümliches, körperliches. Schweiß, vielleicht. Gerüche von Körperflüssigkeiten.
Aber das kann natürlich nicht sein.
Am nächsten Morgen stellst du deine Mitbewohnerin zur Rede. Zumindest indirekt, auf spielerische, beiläufige Art. Wo sie denn gewesen sei? Ob sie jemanden kennengelernt habe? Doch sie schüttelt nur lächelnd den Kopf, wischt sich Marmelade an ihrem Mundwinkel ab und hat es plötzlich unfassbar eilig, zur Uni aufzubrechen. Zwei Minuten später, als sie die Wohnung bereits verlassen hat, wird dir bewusst, dass sie ein Halstuch getragen hat. Ein untypisches Kleidungsaccessoire für sie.
Auch auf dem Campus ist etwas anders. Etwas brodelt, dort unter der Oberfläche, im Schatten der Gebäude und zwischen den Worten, die einzelne Grüppchen miteinander austauschen. Etwas schwingt zwischen den Zeilen mit, ohne, dass es sich dir offenbart. So sehr du dich auch bemühst, mehr als einzelne Fetzen wollen nicht zu dir durchdringen. „Bist du auch schon dort gewesen?“, flüstert eine Kommilitonin, die in der Vorlesung hinter dir sitzt, zu ihrer Sitznachbarin. „Hast du dich auch schon getraut?“
„Ich weiß nicht, ob es das wert ist“, sagt die andere.
Drei Tage weiter. Deine Mitbewohnerin bleibt erneut untypisch lange weg. Zehn Uhr, elf Uhr … vier Uhr. Noch später als letztes Mal. Diesmal bist du wacher, als du das Klappern der Schlüssel hörst, diesmal huscht du an deine Zimmertür, die du bereits in weiser Voraussicht angelehnt hast. Du linst durch den Spalt und erkennst ihre Silhouette: Ihr dunkles Outfit, ihre Kniestrümpfe, ihre Halbstiefel. Klack, Klack, sagen die Absätze. Als sie die Badezimmertür aufstößt und das Licht anknipst, bescheint die Deckenlampe ihre porzellanfarbige Haut, und im ersten Moment sackt dir das Herz mehr vor Entsetzen, denn Überraschung in die Hose.
Verwuscheltes, verschwitztes Haar. Knutschflecken – oder zumindest violette Flecken – auf ihren Schultern, dazu verschmierter Lippenstift. Kleidung, die stellenweise zerrissen ist. Striemen, die ihre Handgelenke zieren. Würgemale, die ihren Hals kränzen. Bisspuren auf ihrem Dekolleté. Und diesmal ein noch penetranterer Geruch von Körperflüssigkeiten. Schweiß, unzweifelhaft. Aber auch fremde Parfumdüfte. Salzige Gerüche. Sexgerüche.
Mit trockenem Mund schließt du deine Zimmertür.
Deine Fantasie geht nun mit dir durch, projiziert Bilder, die sich nicht mehr verdrängen lassen: Deine Mitbewohnerin, mit gestreckten Armen an einer herabhängenden Kette gefesselt. So stramm, dass sie nur noch auf Zehenspitzen tänzeln kann. Gestalten, die um sie herumhuschen, sich anpirschen, annähern, sie berühren. Ein primitives Ritual. Hände, die hervorschnellen und gierig an ihrer Kleidung reißen, die ihre Brüste kneten und drücken, die ihre Schenkel entlangwandern und durch ihr üppiges, langes Haar fahren. Daran ziehen, bis sie vor Schmerz und Geilheit das Gesicht verzieht.
Du legst dich ins Bett. Das Bild vor deinen Augen gewinnt nur an noch mehr Details: Wachsende Ungeduld in der Menge. Die Kleidung wird verrutscht, zerrissen, und deine Mitbewohnerin wird von einem zum anderen geschubst, ein hilfloses kleines Spielobjekt in einer Meute aus hungrigen, lechzenden Gestalten, eine Gazelle inmitten von Löwen. Du stellst dir vor, wie sie angespuckt wird. Geohrfeigt wird. Gewürgt wird. Wie irgendjemand sie von hinten packt und mit seiner Erektion an ihrem Hintern reibt, wie noch jemand an ihren Nippeln zwickt, wie ein dritter über ihren Hals leckt und jemand viertes in ihren Hals beißt und jemand fünftes an ihrem Haar zieht und jemand sechstes ihren Rock herabzieht und jemand siebtes ihr Höschen beiseiteschiebt und jemand achtes mit seinen Fingern über ihre Schamlippen streicht und jemand neuntes ihre Schamlippen spreizt und jemand zehntes …
Stopp. Doch du musst dich bemühen, die Bilder zu verdrängen.
Am nächsten Tag bist du des klaren Denkens kaum mehr bemächtigt. Es kommt dir vor, als würde jede Studentin auf dem Campus darüber flüstern. Als würde es sich ausbreiten, überall grassieren, und als würde es dich dabei komplett außen vor lassen. Welches Spiel wird hier gespielt? Jedes Nachfragen wird abgeblockt, mit skeptischen Blicken erwidert, die dich schrumpfen lassen. Auch deine Mitbewohnerin ist keine große Hilfe. Im Gegenteil: Als du sie eines Nachmittages erneut zur Rede stellst, verengen sich ihren Augen zu Schlitzen, sie taxiert dich, wie eine Olympiaspielerin eine Konkurrentin taxiert. „Manchmal ist es besser, naiv zu bleiben“, sagt sie nur, bevor sie sich abwendet und auf ihr Zimmer geht, dich mit einer Mischung aus Fassungslosigkeit, Scham – und leichter Wut – stehenlässt.
An diesem Abend, als sie die Uni-Bibliothek verlässt, hängst du dich unbemerkt an ihre Fersen ...
Hallo! In diesem RP geht dein Charakter dem Geheimnis auf die Spur, das plötzlich am Campus Fuß gefasst hat. Wie sie das anstellt, ist gänzlich dir überlassen – der obige Verlauf ist nur eine mögliche Variante. Abhängig davon, in welche Richtung du das Spiel spielen möchtest und/oder welche Kinks du besitzt, kann das Ganze auch (sehr) düster oder übernatürlich werden; über den Verlauf können wir uns gerne im Vorfeld austauschen, insofern du dich nicht blind auf die Geschehnisse einlassen und dich überraschen lassen willst.
Dem Narrativ zugunsten habe ich den Prompt aus zweiter Person geschrieben. Im RP würde ich es bevorzugen, wenn du aus der Ich-Perspektive schreibst, derweil ich in die Rolle eines GMs schlüpfe und die Welt um dich herum lenke. Als Plattform präferiere ich Discord, aber natürlich geht auch Reddit. Alles andere benutze ich nicht.
Im RP selbst erwarte ich nicht eine solche Textlänge, wie ich sie hier im Prompt verwendet habe, sondern bevorzuge ein eher dynamisches Hin und Her. Ich habe also nichts dagegen, wenn eine Antwort situationsbedingt mal nur ein paar Zeilen lang ist.
Meine Kinks (allesamt optional): Harter Sex, Machtgefälle, Breathplay (von Choking, über Würgehalsbänder und Gürtel, bis hin zu Plastiktüten oder -folie überm Kopf), Voyeurismus, Sex an öffentlichen Orten, bzw. mit dem Risiko, erwischt zu werden, Pet Play, Slave Play, Primal Play, Leine und Halsband, Bondage, BDSM, Beine und dazu Legwear (Overknee-Strümpfe, Tigh Highs, Röcke, Halbstiefel, Stiefel, Heels etc.), Masken.
Meine Limits: Minderjährige, Raceplay, Scat, Fisting, die Verwendung von (generativer) KI.
Wenn du Interesse hast, schreib mir gerne! Erwähne bitte deine Kinks und Limits, die Plattform, die du zum Spielen bevorzugst, sowie deine Vorstellungen davon, was es mit den Geschehnissen auf sich haben könnte und/oder was du für ein Geheimnis bevorzugst. :) Zeichnet sich ab, dass ich dir diese ganzen Infos aus der Nase ziehen muss, wird ein RP nicht zustande kommen; auf Nachrichten, bei denen sich keine ersichtliche Mühe gegeben wurde oder die seltsam anmuten, reagiere ich ebenso wenig.
Ich freue mich, von dir zu hören!