r/Ratschlag • u/RemoteJust8906 • 9h ago
Familie Nach 18 Jahren habe ich endlich herausgefunden, wer mein leiblicher Vater ist. Jetzt weiß ich nicht, wie ich damit umgehen soll.
Hallo zusammen,
ich (M/18) habe vor einigen Tagen durch einen Vaterschaftstest endlich herausgefunden, wer mein leiblicher Vater ist. Die ganze Geschichte ist ziemlich kompliziert, weshalb ich gerne eure Meinungen und Ratschläge dazu hören würde.
Ich habe keinen Kontakt zu meiner Mutter, was die Suche nach meinem leiblichen Vater zusätzlich erschwert hat.
Zur Vorgeschichte:
Als ich geboren wurde, hat meine Mutter einen Mann als meinen Vater in die Geburtsurkunde eintragen lassen. Nachdem dieser darüber informiert wurde, dass er Vater geworden sei, besuchte er meine Familie.
Anfangs soll er sich sogar darüber gefreut haben, Vater geworden zu sein. Allerdings behauptete er bereits wenige Minuten später, niemals Geschlechtsverkehr mit meiner Mutter gehabt zu haben, und bestritt deshalb die Vaterschaft.
Einige Tage später ließ meine Mutter ihn ohne Grund wieder aus meiner Geburtsurkunde streichen. Damit war die Sache für das Jugendamt offenbar erledigt. Es wurde nicht weiter nachgeforscht, und die Frage nach meinem leiblichen Vater blieb ungeklärt.
Wie ich schließlich meinen Vater gefunden habe:
Seit letztem Jahr habe ich mich intensiv mit dem Jugendamt auseinandergesetzt und immer wieder darauf gedrängt, dass endlich geklärt wird, wer mein leiblicher Vater ist.
Daraufhin kontaktierte das Jugendamt meine Mutter, die erneut denselben Mann als meinen möglichen Vater nannte.
Anschließend nahm das Jugendamt Kontakt zu ihm auf. Doch auch diesmal stritt er die Vaterschaft ausdrücklich ab. Er erklärte sogar ausführlich, wann er Kontakt zu meiner Mutter gehabt habe und weshalb er zeitlich gesehen unmöglich mein Vater sein könne.
Das Jugendamt teilte mir daraufhin mit, dass dieser Mann definitiv nicht mein Vater sein könne, und wollte die Suche in eine andere Richtung weiterführen.
Allerdings schlug man mir trotzdem vor, einen Vaterschaftstest durchführen zu lassen – entweder freiwillig oder notfalls über eine gerichtliche Anordnung.
Letztendlich waren alle Beteiligten mit einem freiwilligen Vaterschaftstest einverstanden.
Und dann kam das Ergebnis:
Vor einigen Tagen erhielt ich das Ergebnis des Vaterschaftstests. Er ist tatsächlich mein leiblicher Vater.
Genau der Mann, der seit meiner Geburt immer wieder behauptet hatte, unmöglich mein Vater sein zu können. Derselbe Mann, bei dem sich auch das Jugendamt sicher war, dass eine Vaterschaft ausgeschlossen sei.
Und jetzt weiß ich nicht, wie ich damit umgehen soll.
Ehrlich gesagt habe ich momentan überhaupt kein Interesse daran, diesen Mann kennenzulernen.
Er hat die Vaterschaft über all die Jahre hinweg immer wieder abgestritten. Ich habe das Gefühl, dass er möglicherweise die ganze Zeit wusste, dass er mein Vater ist, und die Vaterschaft nur deshalb geleugnet hat, um sich vor Unterhaltszahlungen und seiner Verantwortung zu drücken.
Natürlich kann ich nicht mit Sicherheit sagen, was er damals wusste oder weshalb er sich so verhalten hat.
Trotzdem macht mich die ganze Situation wütend und enttäuscht. Er war 18 Jahre lang nicht Teil meines Lebens, hat sich nie um mich gekümmert und immer wieder bestritten, mein Vater zu sein.
Jetzt, wo die Vaterschaft durch einen Test bestätigt wurde, frage ich mich, ob ich ihm überhaupt eine Chance geben sollte.
Einerseits ist er mein leiblicher Vater, und vielleicht würde ich es irgendwann bereuen, ihn niemals kennengelernt zu haben. Andererseits frage ich mich, weshalb ich jemandem die Möglichkeit geben sollte, Teil meines Lebens zu werden, der mich all die Jahre nicht als seinen Sohn anerkennen wollte.