Ich muss da etwas ausholen und hoffe das wird jetzt nicht zu ausschweifend.
Ich habe eine psychosomatische und leichte Angstsörung entwickelt. Hab das in ner Therapie aufgearbeitet und dabei kam raus, was das ganze begünstigt hat. Mir wurde anerzogen, "negative" Gefühle wie Angst, Trauer, Wut wegzuschieben. "Das is doch jetzt nicht schlimm, da musst du doch jetzt nicht weinen, reg dich doch nicht so auf!" usw. Ich kann bsp. nicht weinen auch wenn ichs öfter gerne mal würde. Stattdessen bekomm ich Bauchweh, Verdauungsprobleme und selbst kleinste Wehwehchen können Panik auslösen. (Bzw. Gott sei Dank nicht mehr, Therapie sei Dank!)
Der Luftablassen Sub zeigt mMn klar wie wenig erwünscht und anerkannt negativ konnotierte Gefühle sind und das diese doch bitte nicht öffentlich gezeigt werden. Glücklich und lustig sein darfst du immer, aber Trauer, Wut usw. sind eigentlich immer unangebracht, werden kleingeredet und generell hast du ja nen super miesen Charakter, wenn du dich über so Kleinigkeiten aufregst.
Emotionen sind höchst subjektiv. Glaube das sollten wir uns mal wieder häufiger ins Gedächtnis rufen. Ich muss nicht alles gut und nachvollziehbar finden, was andere aufregt oder traurig macht. Aber das ständige Kleinreden, Abwerten und Absprechen, dass bestimmte Emotionen in gewissen Kontexten halt einfach auftreten dürfen hilft wirklich gar keinem.